Das Feuerlöschwesen in der Kernstadt (2012-heute)

Indienststellung des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeuges

Bis zum 15. März 2012 mussten die Mitglieder der Licher Einsatzabteilung warten bis das neue Allroundfahrzeug der Wehr in den Einsatzdienst ging. Bereits am 9. März 2012 hatte eine Abordnung das HLF 20/16 vom Herstellerwerk der Firma Rosenbauer in Leonding (Oberösterreich) nach Oberhessen überführt. Bei Rosenbauer hatte man eine intensive technische Einweisung erhalten. Der Mercedes Atego mit einem feuerwehrtechnischen Aufbau AT 3 der Firma Rosenbauer, Österreich im Wert von ca. 300.000,- Euro ersetzte ein Löschgruppenfahrzeug das inzwischen 28 Jahre alt war. Seitens des Landes Hessen wurde ein Zuschuss in Höhe von 86.000,- Euro gewährt, so dass sich die Anschaffungskosten für die Stadt Lich entsprechend reduzieren. Das Fahrzeug ist bestens dazu geeignet, alle denkbaren Einsatzsituationen wie Verkehrsunfälle, Unwettereinsätze und natürlich Brandeinsätze meistern zu können.

Notstrom-Großaggregat in Lich stationiert

Am 6. Dezember 2012 fuhren Vertreter des Landkreises Gießen und der Freiwilligen Feuerwehr Lich-Kernstadt mit dem Wechselladerfahrzeug nach Kassel. Beim Hersteller der Großaggregate, der Firma POLYMA Energiesysteme GmbH, erhielten die Licher Feuerwehrangehörigen eine kurze Einweisung. Das Notstrom-Großaggregat hat eine Leistung von 250 kV/A, die von einem 6-Zylinder-Volvo-Reihen-Dieselmotor mit 217 kW (295 PS) erzeugt wird. Zur großräumigen Ausleuchtung von Einsatzstellen bei Großschadensereignissen des Brand- und Katastrophenschutzes steht ein auf neun Meter Höhe ausfahrbarer pneumatischer Lichtmast zur Verfügung. Zweck der Anschaffung von 26 Großaggregaten, für die das Land Hessen insgesamt 3,2 Millionen Euro aufbringen muss, soll die Aufrechterhaltung kritischer Infrastrukturen bei einem Stromausfall in den Landkreisen und kreisfreien Städten sein. Besonders wichtige Einrichtungen sollen für Bürgerinnen und Bürgern bei einem Ausfall mit Hilfe der Großaggregate des Hessischen Katastrophenschutzes mit Strom versorgt werden. Krankenhäuser, Dialysenzentren oder Großtankstellen sollen so funktionsfähig bleiben.

Auflösung der Musikkapelle 2013

Nachdem die Aktivitäten der Licher Feuerwehrkapelle bereits fünf Jahre ruhten, löste Hermann Freund, langjähriges Mitglied und Leiter des Orchesters, die Kapelle im Jahr 2013 auf. Es fehlte seit langem der Nachwuchs und als der Umbau des Feuerwehrhauses anstand, musste auch der Raum der Feuerwehrkapelle weichen. Die Instrumente wurden an Musikzüge in der Region veräußert. Nicht nur im Rahmen von Feuerwehrveranstaltungen trat die Kapelle auf, auch in Übersee stellten die Musiker ihr Können unter Beweis. Verstärkt mit Musiker anderer Vereine präsentierte sich die Kapelle als Licher Tourorchester in Kanada, den USA und Südafrika.

Fünfter Abrollbehälter ergänzt Fuhrpark - AB-Wasser im Einsatzdienst

Seit Mitte des Jahres 2014 ergänzt ein fünfter Abrollbehälter den Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Lich (Kernstadt). Dabei handelt es sich um einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern. Einsatzstellen, bei denen keine ausreichende Menge an Löschwasser zur Verfügung steht (z.B. Waldbrand oder Autobahneinsätze) oder die Herstellung einer festen Wasserversorgung längere Zeit in Anspruch nimmt, könnte der Behälter zum Einsatz kommen. Der AB-Wasser ist in der neu angebauten Fahrzeughalle in Tor 9 untergebracht.

An- und Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus abgeschlossen

Ende Januar 2015 sind umfangreiche An- und Umbauarbeiten am Feuerwehrhaus in der Ringstraße abgeschlossen worden. Im Oktober 2012 hatte der damalige hessische Innenminister Boris Rhein einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 140.000,- Euro an die Stadt Lich übergeben. Inzwischen stehen der Freiwilligen Feuerwehr Lich-Kernstadt neben einer großen Lagerhalle zwei zusätzliche Fahrzeughallen zur Verfügung. Die Abrollbehälter „AB-Wasser“ und „AB-Notstrom“ werden dort für Einsätze vorgehalten. Aus dem ehemaligen Schulungstrakt entstanden Umkleideräume für die Einsatzabteilung sowie Mini- und Jugendfeuerwehr, Küche und Lehrmittelraum. Im Anbau direkt an der Ringstraße befinden sich jetzt der neue Schulungsraum und ein Jugendraum, den Feuermäuse und Jugendfeuerwehr gemeinsam nutzen. Die Investitionskosten der Stadt Lich belaufen sich auf mehrere hunderttausend Euro.



Text:

Rudolf Gräf (ehemaliger Wehrführer und Stadtbrandinspektor) und Andreas Kunz (1. Schriftführer)