Gefahrgutunfall

Einsatznummer: 73/17

Alarmierung: 01.08.2017

Ort: BAB 5 / AS Fernwald >> Gambacher Kreuz


Pressebericht

Nach Gefahrgut-Unfall: A5 wieder befahrbar Ein schwerer Lkw-Unfall hatte für eine stundenlange Vollsperrung der A 5 gesorgt. Gefahrenstoffe waren ausgetreten. Jetzt rollt der Verkehr wieder. Doch noch ist vor allem eine Frage zu klären

Die Autobahn 5 in Richtung Frankfurt ist zwischen Fernwald und dem Gambacher Kreuz seit 16 Uhr wieder komplett befahrbar. Nachdem schweren Unfall mit einem Gefahrguttransporter in der Nacht von Montag auf Dienstag war die Strecke in Richtung Süden für etliche Stunden gesperrt gewesen. Ab 13.30 Uhr war eine der beiden Fahrspuren wieder freigegeben worden. Gegen 1.45 Uhr waren zwei 40-Tonner mit Anhänger an einem Stauende vor einer Baustelle ineinandergekracht. Laut Polizei hatte der 55-jährige Fahrer eines im Saarland zugelassenen Lkw nicht mehr rechtzeitig bremsen können und war mit seinem Lastzug auf den Anhänger eines im Harz angemeldeten Lkw aufgefahren. Dabei wurde der Unfallverursacher leicht verletzt. Der 42-Jährige am Steuer des anderen Lasters blieb unversehrt. Durch die Wucht der Kollision verkeilten sich beide Fahrzeuge ineinander und blieben quer auf der Fahrbahn stehen. Zum Problem wurde die Fracht des vorderen Lkw: Er hatte 45 Fässer mit Pflanzenschutz- und Kühlmittel geladen, die jeweils 50 Liter fassten.

16 davon wurden beschädigt und fielen teilweise auf die Straße. Dabei traten etwa 100 Liter Gefahrstoff aus. Ob mehr Pflanzenschutz- oder mehr Kühlmittel ausgetreten war, ließ sich nachträglich nicht mehr feststellen. Der Lastwagen des Unfallverursachers hatte Farbe geladen

Muss Erdreich abgetragen werden? Knapp 200 Feuerwehrleute aus Pohlheim und dem gesamten Landkreis waren seit der Nacht im Dauereinsatz. Wie ein Sprecher mitteilte, gelang es den Brandschützern einen Großteil der gefährlichen Flüssigkeiten mit einem Chemikalienbinder »einzudeichen« oder in Wannen aufzufangen. Lediglich eine geringe Menge gelangte über Gullys in den Regenwasserkanal. Hauptgrund dafür war ein kräftiges Gewitter, das mit heftigen Niederschlägen zwischen 3 und 4 Uhr über der Unfallstelle niederging. Allerdings wurden die beiden flüssigen Gefahrstoffe durch die enorme Menge Regenwasser gleichzeitig stark verdünnt, wie Julian-Ole Schwarzkopf, Sprecher der Abteilung Katastrophenschutz beim Landkreis, im Gespräch mit der GAZ erläuterte. Feuerwehrleute prüften mit ihren Messungen die Konzentration beider Flüssigkeiten, konnten aber nichts mehr nachweisen. Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde werden diese Messungen in den kommenden Tagen sicherheitshalber wiederholen. Für Anwohner habe aber zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden, betonten Sprecher von Polizei und Feuerwehr. Unklar ist noch, ob an irgendeiner Stelle auch Erdreich abgetragen werden muss. Schwarzkopf geht jedoch nicht davon aus. Das Gefälle der Fahrbahn und der starke Regen hätten die ausgelaufenen Flüssigkeiten eher in die Gullys auf dem Asphalt gespült. Die beschädigten Fässer packten in Schutzanzüge gekleidete Feuerwehrleute in spezielle Kunststoffsäcke, die dann in sogenannten »Überfässern« aus Edelstahl verstaut werden. Aufgrund eines heftigen Gewitters mussten die Arbeiten unterbrochen werden, da Blitze in die von der Feuerwehr aufgestellten Lichtmasten einzuschlagen drohten. Die Höhe des Sachschadens schätzen Polizeibeamte auf rund 150 000 Euro.

Wegen der langwierigen Aufräumarbeiten gab es massive Probleme im Berufsverkehr. 1.8.2017 Gießener Allgemeine Zeitung | Nach Gefahrgut-Unfall: A5 wieder befahrbar. Zudem war die A 480 zwischen dem Reiskirchener Dreieck und dem Gießener Nordkreuz wegen eines Unfalls für eine Stunde gesperrt.

Textquelle: Online-Ausgabe der Gießener Allgemeinen vom 01.08.2017

Kurzinformationen
Enddatum:

Di., 2. August 2017

Einsatzende:

??:?? Uhr

Einsatzdauer:

??:?? Std.

Alarmierungsart:

ELZ-Alarmschleife

Führungsdienst:

Zugführer

   

Einsatzfahrzeuge:

Mannschaftstransportwagen
Löschfahrzeug

   
Andere Feuerwehren/Hilfsorganisationen

Rettungsdienst:

     

Notarzt:

     

Feuerwehr:

FF Li./Langsdorf mit LF 10/6 (Fl. Lich 5/43)

FF Pohlheim
Gefahrgutzug des Lankreises Gießen
etc.

   
Polizei:      

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